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Nebelschwaden Audio

Vor einigen Jahren habe ich einen Text geschrieben, mit dem Namen „Nebenschwaden“ (hier ist der Blog-Post). Den habe ich gerade noch einmal gelesen. WOW!

Wie eine Message von damals an mich jetzt. Jetzt habe ich den Text eingesprochen. Viel Spaß bei hören:

http://martinmetzmacher.de/audio/Nebelschwaden.mp3

Nebelschwaden

Repost aus meinem ersten Blog „Realities“ vom

Monday, February 27, 2006, 06:39 PM

Die Welt. Hier ich – da sie, den graubleichen Schleier gilt es zu durchdringen. Und so wie die Morgensonne durch die Baumwipfel in den nebligen Wald scheint, so will auch ich scheinen. Suchend laufe ich durch den Nebel, verlassen, vergessen, auf der Suche nach etwas Lebendigen, das mir einen Sinn geben könnte. Zu essen, zu schlafen, wachen, träumen, sorgen, ohne Sinn ist dies alles nur die Hülle. Den Kokon den gilt es abzustreifen, um dem Licht entgegen zu fliegen, denn der Nebel hält sich nur am Boden.
Sum Sum, die Morgenröte taucht alles in ein schaurig schummriges Licht, dessen Wärme in der Weite liegt. Noch lange liege ich auf der Wiese und schau den Wolken zu, wie sie Ihre Bilder auf und abtragen, einen Pinselstrich setzen oder eine neue Farbe mischen.

Während sich die wohlige Wärme sanft um mich legt, betrete ich den Pfad. Ein schmaler Weg führt durch das Unterholz zu einer Lichtung. Die Wipfel der umrahmenden Bäume hüllt die Morgensonne in ein majestätisches Kupfer. Die Lichtung ist klein und doch hell, auf dickes Moos gebettet strecken einige Vergiss-Mein-Nicht sich den nahenden Strahlen entgegen.
Einen Moment kann ich nicht zwischen Wach und Traum unterscheiden. Alles scheint sich zu drehen, so als hätte sich die Welt im dunkel neu justiert. Neu – immer neu – hell – schön- interessant. Dann spricht er zu mir:

Nur weil der Schleier sich nicht lichtet vergisst dein Herz nicht den Schlag. Auch wenn der Vogel zu beschäftigt ist zum Singen geht die Sonne trotzdem auf. Warum versuchst du auch das Wasser zu überreden flussaufwärts zu laufen? Alles hat eine Richtung mein Guter. Vielleicht kein Ziel, aber eine Richtung. Auch du. Wie ein schlechter Wissenschaftler sollst du sein. Dich genau beobachten, bis du das wesentliche nicht mehr sehen kannst.

Gedanken durchblitzen seine Rede: Aber hat sie mich nicht hierhin gebracht? Die Selbsterkenntnis die doch keine war? Ach wie sehr war ich doch davon überzeugt die tiefsten gründe meiner Seele gesehen zu habe. Und wie oft irrte ich von Haus zu Haus, der Straße so sicher ergeben, dass mein Ziel am Horizont entschwand. Wie oft folgte ich dem verlockenden Ruf des Gasthauses, nur um mich im Warmen nach der Kälte der Straße zu sehnen. Und während ich meinen Körper betäubte, damit die Schreie meiner Seele in meinem Kopf verstummten, so nannte ich es doch Ich. Es muss also etwas da gewesen sein, etwas was die Möglichkeit enthielt mich zu retten, mich den Verlorenen.

Es betrübt meine Seele, die deine so zu vernehmen, mein Junge. Doch siehe die Zwiebel. Auch sie ernährt sich aus den äußeren Schichten. Doch will Sie zum Licht, so muss Sie diese schützende Hülle durchbrechen. Sie will zum Licht und so wird sie zum Licht gelangen. Auch du kannst zum Licht gelangen, aber nur wenn du realisierst, dass dies der einzige Weg zu deinem Glück, zu deinem Leben ist. Wir sind alle Kinder des Einen. Und nur versöhnt im Licht und vereint mit uns selbst werden wir die Gemeinsamkeit erkennen.

Sanftes Sonnenlicht fällt auf mein Gesicht während ich erwache.

Bloglyrik 1: Kein Schwein klickt mich an

kein schwein klickt mich an,
keine sau interessiert sich für mich –
seitdem ich es hab,
stille wie im grab,
mein blog kommt nicht auf trab